Wenig bekannte Hintertür?
File Sharing unter Windows 2000 beinhaltet nach Angaben eines Hackers eine gefährliche Sicherheitslücke.
Ein "White-Hat Hacker" hat dem Newsbytes-Magazine interessante Informationen überlassen. Seinen Angaben zufolge war es für ihn ein Kinderspiel, in das interne Netzwerk Microsofts einzudringen. Aber auch andere Windows 2000 Rechner stellten für ihn kein Problem dar, denn die meisten dieser Rechner beinhalten eine wenig bekannte Hintertür.
Der Hacker, der sich unter dem Namen "Benign" (Freundlich) vorstellt, hat dazu keine außergewöhnlichen Hacker-Tools benötigt. Er sein vielmehr "durch die Hintertür der Systeme gestolpert", als er den von Windows 2000 genutzten TCP Port 445 zum Austausch von Dateien mit dem Rechner eines Freundes via Internet verwendete. Bei dieser Gelegenheit habe er fast zufällig festgestellt, dass er administrativen Zugang auf den Rechner seines Freundes nehmen konnte.
Das Kernproblem scheint darin zu bestehen, dass viele Nutzer von Windows 2000 kein Password für diese Möglichkeiten einrichten. Und das betrifft nicht nur die Microsoft-Kunden, sondern auch die Administratoren des Software-Herstellers.
Bei seinen Versuchen, Zugriff auf das Netzwerk Microsofts zu nehmen, wurde Benign nicht durch Aufforderungen zur Authentifizierung "behindert". Und wenn, dann genügte meist die Eingabe von "Password" als Password. So konnte er Zugriff auf alleine 400 Rechner Microsofts nehmen.
Newsbytes will sich bei der Analyse des Problems aber nicht mit der Stellungnahme Microsofts begnügen, dass es sich hierbei nur um eine Nachlässigkeit der Administratoren handele. Nach Auffassung des Magazins besteht das Problem auch darin, dass der NT-Nachfolger die File Sharing-Funktionen per Voreinstellung zulässt. Auch bei Windows XP soll File Sharing via NetBIOS möglich sein.Doch diese Funktionen werden ausgeschaltet, wenn der Anwender kein Password vergibt. Der Missbrauch von Port 445 scheint damit auf Windows 2000 begrenzt.
Dass trotz dieser Situation nicht häufiger Probleme bekannt wurden, ist eigentlich schon verwunderlich. Laut Newsbytes konzentrieren sich die meisten Eindringlinge auf den von Windows NT für das File Sharing benutzten Port 139. Dabei warnt schon das SANS Institute in seiner Liste der 10 kritischsten Internet-Bedrohungen vor einem Missbrauch der Ports 135-139 sowie Port 445.