Erfahrungsbericht: Wieso wird jeder zweite zum Fachinformatiker umgeschult ? (Umschulung, Zwangsmassnahme, ABM)


Unbenanntes Dokument

Herzlich Willkommen in der Arbeitslosenindustrie !  -Wieder einer weniger in der geschönten Statistik?!

Direkt nachdem mir gekündigt wurde meldete ich mich als Arbeitslooser bei der Agentur für Arbeit. Dort wurde mir sofort eine Umschulung zum Fachinformatiker aufgedrängt. Dabei wurde mir mit einer Sperrzeit (nach §144 SGBII) gedroht, würde ich diese nicht antreten.
Außerdem meinte die Sachbearbeiterin (SB) zu mir, man könne diese nicht abbrechen!   Ahja… -na dann….  Unter diesen Umständen unterschrieb ich jedenfalls vorerst nichts. Weder die EGV noch den „Antrag zu Förderung der Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme“.

Nichtsdestotrotz saß ich ab nun jeden Tag bei der Profil Hannover GmbH herum, um mich von alten grauhaarigen Dozenten (einer sei 67 Jahre alt) IT-Themen aus dem letzten Jahrhundert berieseln zu lassen. So sollten wir englische Texte die zum Beispiel über „Wie reinige ich eine Kugelmaus“  bis hin zu  „SCSI-Systeme“ aufs Deutsche übersetzen.
Mein Einwand, dass seit Jahren nur noch SAS / SATA-Systeme marktüblich seien, verhallte ungehört.

So kamen auf uns in der Beschäftigungstherapie jeden Tag neue Aufgaben hinzu, um uns damit ab 12:30 Uhr allein zu lassen. Die Dozenten machten sich einen schönen Tag. So musste der eine zu Dialyse, die nächste zu ihren Kindern… etc.

Hoch motiviert ging die Hälfte der Teilnehmer aber lieber nach Hause.
Am Anfang fiel mir dies selbst noch gar nicht auf. Ich bemerkte aber, dasss sich immer mehr Leute bereits früh vormittags mit gelogenen 16:00 Uhr aus der Unterschriftenliste austrugen.

internet

Viele, mit denen ich mich dort unterhielt, hatten diese Umschulung offensichtlich vom Jobcenter aufgedrückt bekommen oder mit ihrer EGV unterschrieben.  Einige meinten, sie verstünden zu wenig, da sie nicht einmal richtig deutsch sprechen. (Wie auch, wenn man sich erst seit acht Monaten in Deutschland aufhält?)

Bei den Programmiergrundlagen hatten jedenfalls nur noch 1/4 den Compiler offen! Der Rest surfte lieber im Internet.

Dann durften wir auch eine Woche unsere Zeit mit Office verschwenden. Man fühlte sich wie eine Tippse, die den ganzen Tag nur irgendwelche Texte abschreibt.Fünf Teilnehmer fehlten nach dem ersten Tage da mal komplett.:lol:

Aufgrund der Osterwochen durften wir dann zur Strafe (da wir Karfreitag und Ostermontag frei hatten) jeden Tag eine Stunde länger (bis 17 Uhr) absitzen, um diese nachzuholen. Datenschutz und Copyright war nach 2 Tagen um, so ging es also nun um „Datensicherheit“.
Nur leider verwechselte der Dozent immer RAID 0 mit 1 und glaubte mir nicht. Erst nachdem er die Klasse dreimal fragte, ob er wirklich „RAID 0“ statt „RAID 1“ sagte, peilte er es dann. #FAIL.
Dann meinte er doch wirklich, wenn man eine Festplatte partitioniert, dort die Sektoren rein zufällig aufgeteilt würden. Ich war damit nicht einverstanden, aber die restlichen Teilnehmer hatte eh null Interesse.

Es folgten 6 Wochen PHP mit 20 Personen in einem viel zu kleinem Raum und wenig Luft zum Atmen…
Drei Tage Formulare basteln, dann mal wieder eine einfache Website in HTML bauen. Zum Nachmittag gab es Aufgaben und oft ließ er uns damit  allein. Später dann sinnlose Abfragen mit SQL/PHP anhand XAMPP.

Naja… die unglaubliche Motivation dort… konnte man sich jedenfalls so ähnlich wie in dieser Massnahme vorstellen:


Die Träger tun alle so als ginge es um Ihr Bemühen um die Teilnehmer. Diese sollen ja schliesslich wieder in Arbeit.

In Wirklichkeit ist dies doch nur ein Geschäft der Arbeitslosenindustrie. Bildungsträger sind private GmbH „s und diese beabsichtigen ? -natürlich möglichst viel Gewinn!  Sie freuten sich über jede/n, der hier mit einen Bildungsgutschein antanzt.

Wenn schon der Geschäftsführer bei der Bundesagentur für Arbeit, RD Berlin-Brandenburg sagt: „Wir haben zu 80 Prozent Blödsinn finanziert“, kann hier jeder nur froh sein, der nicht in solcher Sinnlos-Maßnahme landet um zu vergammeln.
Die Fortbildungskosten haben sich innerhalb von fünf Jahren verdoppelt!
Wundert auch nicht bei 7.255.830 Leistungsempfängern, denen 414.379 offene Stellen gegenüber stehen (meist Zeitarbeit).

Dozenten würden beliebig aus der freien Wirtschaft akquiriert, ohne auf hinreichende Kompetenzen, didaktische oder methodische Fähigkeiten überprüft zu werden. Die ließen den Wert dieser Umschulungen gegen Null konvergieren.


Meine SB forderte zwischenzeitlich von mir zum 3. Mal umgehend den „Fragebogen zur Förderung der Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildungsmaßnahme“ (Fahrtkostenantrag) ein.
Da mir aber keine Fahrtkosten entstanden und ich kein Datenstriptease (sehr fragwürdige Klausel) hinlegen wollte, noch dieser fragwürdigen Maßnahme hier je zustimmte, hatte ich diesen nicht unterzeichnet.
Daraufhin wurde mir gedroht: „Wenn ich nicht unterschreibe, habe ich alle Kosten selber zu tragen„. Als ich den Bildungsträger darüber in Kenntniss setzte, schickte dieser mich nach Hause und mein Arbeitslosengeld wurde einfach gesperrt, da ich ja angeblich die Maßnahme abgebrochen hätte. (Da dies natürlich nicht stimmt, war ich ab dem 3. Tag) wieder jeden Tag dort anwesend.

So wie hier beschrieben, erging es mir:

Man merke sich also: Agentur oder Maßnahme in Frage stellen = 100% Sanktionen !

Dank meiner Anwältin wurde plötzlich behauptet, dass alle Kosten übernommen wären und ich die Maßnahme jederzeit ohne Rechtsfolgen beenden dürfe. Die zuständige Sachbearbeiterin war aber auch am 2. Termin nicht in der Agentur für Arbeit. Ich bekam einen 3. Termin per Post zu geschickt.

Der Schulungsleiter Herr **sarew holte mich zwischenzeitlich aus dem Unterricht und beauftragte mich während des Unterrichts, mich zur Agentur für Arbeit zu begeben, um bei Fr. ****feld-Schrader, Fr. **briel oder Fr. **de vorzusprechen; da weder Sie (als Bildungsträger) noch ich selber Leistungen bekämen.
Alle drei waren dort aber nicht anzutreffen. So ließ ich mir im Wartebereich einen Termin geben, um mit Frau **sar über mein Anliegen zu sprechen.

Diese entnahm aus meiner Akte, dass mir Frau **edke (vom Maßnahmeträger) mitgeteilt hätte, dass ich die Maßnahme abgebrochen hätte.
Somit gäbe es nun auch keine Leistungen mehr und ich hätte eine Sperrzeit.
Jetzt wollte ich bitte mal den Teamleiter sprechen. Sie rief bei 3 verschiedenen mehrfach an. Aber -oh Wunder! nicht eine/r war für mich verfügbar !

So blieb mir nichts anderes übrig, als mich wieder zurück zu dem Bildungsträger zu begeben und dem Schulungleiter dort die Sachlage zu schildern. Dieser sprach mit Frau **edke und fand es unglaubwürdig, da sie so etwas angeblich nie äußerte. Dann rief er bei der Agentur an, um seinen Unmut Lauf zu lassen.
Meine Anwältin fiel ebenfalls fast vom Glauben ab, wo sie erfuhr, dass sämtliche Leistungen gesperrt wurden.
Sie hielt dies für eine unglaubliche Dreistigkeit seitens der Agentur, zumal sie einhergehend von Fr. **briel bestätigt bekam, dass die Kosten für den Massnahmeträger übernommen wären und auch ich keine Leistungssperre zu befürchten hätte.

Nachdem also meine Anwältin, die Chefin vom Träger sowie 2 weitere unter meiner Kunden-Nr. bei der Agentur anriefen, bekam ich den ersehnten Rückruf vom Teamleiter (Herr ***ssmann), dem ich nochmal alles schildern durfte.
Erst als ich ihm klar machte, dass ich das Schreiben an meinen Bildungsträger (welches nie für die Agentur für Arbeit bestimmt war) mit dem Wortlaut:

„Da die Agentur für Arbeit die Kosten für die Förderung nach SGB II/III ablehnt, mache ich hiermit von meinem kostenfreien Rücktrittsrecht Gebrauch.“

nur abgab, weil mir von der Leistungsabteilung (Fr. **nda) gedroht wurde, dass ich alle Kosten zu tragen habe, wenn ich den „Fahrtkostenantrag“ nicht unterzeichne, verstand er mich. Er redete noch etwas auf mich ein, wie toll und wichtig doch so eine Umschulung für die Berufswahl sei und dass andere doch nie in diesen Genuss und Glück wie ich kämen. Dass ich nicht „Die Anderen“ bin, wollte er offensichtlich nicht hören. Also führte ich ihn mal vor Augen, dass ich nie um eine Maßnahme gebeten habe und diese persönlich auch als Sinnlos erachte. Ich gehe nur unter Existenzbedrohenden- Zwang dort hin, da ich von der Sachbearbeiterin gleich zu Anfang dazu genötigt wurde mit dem Hinweis, dass mir eine Leistungssperre drohe, wenn ich nicht teilnehme. ( $144 SGBII ).

weiterführende Informationen wie Bilder, Weblinks und dergleichen:

internet

internet

—–=CH@T=——
(net): Ich mache grad den IHK Fachinformatiker und finds total Sinnlos -hat 0 mit der Realität zu tun, ich meine ich habe das 8 Jahre lang bei der CONDAT Datensysteme GmbH gemacht in der Praxis
xx: Haha kenne ich
(net): Da sitzen Leute Mann. Manche von denen können nicht einmal Deutsch sprechen, und der neben mir hat noch nie im Leben je einen PC besessen -aber Fachinformatiker werden wollen… ^^
(net): naja ich hab nichts unterschrieben und nun is mein Arbeitsloosergeld gesperrt
xx: Ah ok über eine Bildungsstätte?
(net): gehe aber immer fleissig hin um nicht 3 Monate komplett gesperrt zu werden nach $144 SGBII
(net): ja genau soeine Zwangsmassnahme
xx: Harz vier
(net): gleich als ich Arbeitslos wurde vom Amt zu gewiesen
xx: Dann kannst den Abschluss eh vergessen
(net): nee Hartz 4 is ALG 2
(net): ich bekomme ALG 1
(net): ja ist nichts wert
(net): Umschulung 2. Wahl auf dem Arbeitsmarkt
xx: Da ist ein Richtige Ausbildungs besser so wie ich das gemacht hab
(net): Wo hast du denn gemacht ? Ich meine danach hat doch eh keiner ein Job
xx: Habe ja eine normale Ausbildung gemacht als Fachinformatiker
(net): also in einer richtigen Firma
xx: Stünkel Rechnersystem war das darmals
xx: Ja genau
(net): jo cool
xx: Daher ist der mehr Wert in meinen Augen weil du da richtige Berufsschullehrer hast
xx: Die haben auch Ahnung
(net): und Praxis
xx: Jabs
xx: Das ist nur ein ergaunerter sozusagen
xx: Nur ein Lappen ohne richtiges Zeugnis nur so ein zertifikat denk ich bekommst dann
xx: Naja arbeitsamt halt

(net): Da glauben manche, -die erfolgreichen im Beruf, sie wären sozial kompetent
(net): Thomas von Profil redet ja auch immer so
F: jo, sehr anmaßend, dieser Thomas…
(net): ich finde das teils voller Propaganda was da bei Profil gelehrt wird

Bildungsträger sind private GmbHs und diese beabsichtigen – natürlich – Profit. Sie freuen sich über jede/n, der mit einen Bildungsgutschein antanzt. Der Erfolg dieser Arbeitsbeschaffungsmassnahmen tendiert jedoch gegen 0.
Sie sind nur eine weitere, nette Schönung der Arbeitslosen-Statistik.
————-

Geschäfte mit der Armut

Wenn die Regierung behauptet, es gäbe 3 Mio Arbeitslose, aber tatsächlich 7,4 Mio Personen ALG 1+2 auszahlt, dann ist das schon eine unverschämte Propagandalüge… unter 36% der Bevölkerung arbeitet angeblich, 7,84 Millionen davon sind in Minijobs!
Jobwunder mit Schönheitsfehlern: Die Arbeitslosenzahlen sinken, doch die neuen Jobs entstehen überwiegend…

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