Angela Merkel und Ihre Kriegserklärung an das freie Internet

Wenn Merkel sagt: „Wir brauchen uns über #Netzneutralität nicht zu unterhalten, wenn die Kapazitäten nicht zur Verfügung stehen.“ ist das ungefähr dasselbe wie: „Du kannst keine Freiheit haben, bevor wir dich nicht versklaven.“
 
Wie sollen Selbstfahrende, vernetzte Autos und die Telemedizin (also z.B. ein Chirurg, der aus China einen Patienten in der Schweiz fernoperiert) ohne Netzneutralität möglich werden? Ganz einfach: 

Indem man Kapazitäten schafft und endlich den Netzausbau vorantreibt! Jetzt anfangen nur ausgewählte Organisationen bevorzugt zu behandeln um beim Breitbandausbau weiter zu schlafen, macht unser Internet kaputt.  

Das freie Web ist seit Jahrzehnten weltweit Garant für Innovation, aber in Deutschland braucht es für Innovation “Spezialdienste“. Ein selbstfahrende Auto als Beispiel für Notwendigkeit von Qualitätsstufen im Internet. Und sie verkaufen es uns auch noch als Fortschritt. Das ich nicht lache! Danke für nichts, liebe Bundesregierung! Wenn die Kapazität reicht, braucht man keine Spezialdienste!
 

 
Das Internet gehört zu unseren Grundrechten und ist ein öffentliches Gut. Es muss für jeden Menschen gleich zugänglich sein. Das sollte ins Gesetz!
 

Stefan Körner, Bundesvorsitzender der Piratenpartei, meinte dazu: 

»Nur die gleichberechtigte Übertragung der Daten unabhängig von Absender und Inhalt hat das Internet zu dem gemacht, was es heute ist: Infrastruktur und elementarer Teil unserer weltweiten Gesellschaft. Wenn Merkel jetzt der Lobby der mächtigen Player im Netz nach dem Mund redet und die Netzneutralität in Frage stellt, zeigt sich einmal mehr, wie gefährlich eine von Lobbyisten getriebene, ahnungslose Regierung für unsere wichtigen Systeme ist.

Ohne eine garantierte Netzneutralität wird es keine Startups mehr geben, die mit neuen Ideen einen wirklichen Mehrwert des Netzes für uns Benutzer schaffen. Stattdessen werden sich die Konzerne durchsetzen, die bereits jetzt genug mit unseren Daten verdienen, um

sich den bevorzugten Transport ihrer Inhalte zu kaufen.

Auf jeden Fall wissen wir jetzt, dass sich unsere Befürchtungen, die Bundesregierung könnte die schwammigen Formulierungen zur Netzneutralität im Koalitionsvertrag und in der ›Digitalen Agenda‹ zugunsten der großen Telekommunikationsanbieter auslegen, bewahrheiten.

Sogar US-Präsident Barack Obama hat sich kürzlich nachdrücklich für die Netzneutralität ausgesprochen. Gegebenenfalls hört Frau Merkel mal nicht nur in Sachen Geheimdienstspionage sondern auch in Sachen zukunftsfähiges Internet auf ihren Busenfreund.

Derzeit berät der EU-Ministerrat über seine Haltung zur Netzneutralität. Wir müssen gerade in diesen Tagen die Augen aufhalten. Was wir seit spätestens gestern wissen: Deutschland wird wieder einmal nicht als Modernisierer auftreten. Die ›Digitale Agenda‹ der

Bundesregierung erweist sich ein weiteres Mal als Mittel zur Manifestierung bestehender Machtverhältnisse und nicht als ein visionäres Zukunftsprojekt.«

Was kannst du tun? Sage Nein zum 2-Klassen-Netz und unterzeichne folgende Petition. 

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