Seit Monaten bewege ich mich hier Zuhause mit über 50Mbit/s im Netz; also wurde es mal Zeit, etwas mehr darüber zu berichten. 🙂
1. Leitungsqualität:
Besonders Abends oder am Wochenende hatte ich einhergehend mit ADSL2+ deutlich spürbare (vorallendingen Latenz) -Einbussen. Kein Wunder, denn: Ein Typisches ATM Backbone für ADSL liefert gerade einmal 155Mbit/s und es kann durchaus sein, das dieser mal eben auf über 100 Ports (Teilnehmer) aufgeteilt wird. Während es sich beim ADSL2+ eigentlich nur ein kleine Erweiterung des Frequenzspektrums (Tones) wie beim alten ADSL- handelt, ist die VDSL Technik beinahe kaum noch mit dieser zu vergleichen. Flexible Latenzpfade*, VLAN, IPTV sind nur einige der Neuerungen.
Frequenz / Bandbreitenvergleich
| Zugangsart | kHZ | bis MHZ | max. Datenübertragungsrate |
| aDSL | 138 | 1,1 | bis 6 Mbit/s |
| aDSL2+ | 138 | 2,2 | bis 20 Mbit/s |
| vDSL2 | 138 |
30 |
bis 200 Mbit/s |
Da ein VDSL2AM immer mit mehreren Glasfasern angebunden ist, liegt deren Bandreite somit auch immer bei mehreren Gbit/s.
So wird derzeit 1Gbit/s auf maximal 24Ports aufgeteilt. (Der höchstmögliche Ausbau des DSLAM liegt bei 4×24 also = 96 Teilnehmer Anschlüssen)
Die absolut immer zugesicherte Bandbreite (Wenn also alle Ports belegt und voll ausgelastet sind) beträgt hier also ein mehrfaches (mindestens jedoch 41,7Mbit/s). Die Latenz (Ping) -Zeiten liegen (gegenüber ADSL) konstant bei 20-27ms (ix.de) sowie die max. gleichzeitig möglichen Verbindungen weit über 1000 (und das mit dem 30 billigen Standard W700v Speedport Router, welcher beim Paket dabei liegt und meiner Meinung nach nicht viel taugt).
2. Entfernung zur Vermittlungstelle:
Wie man dem folgendem Diagramm entnehmen kann, wird schon nach 610 Metern (ein Feet = 0.3048 m) Entfernung zum DSLAM, nur noch die Hälfte der maximal möglichen Upload -Geschwindigkeit möglich.
Typische Leistungskurve

VDSL2AM (dürfte jeder schon einmal gesehen haben)

3. Das VDSL Modem:
Einer der grössten Herausforderungen war zu erfahren, mit welcher Bandbreite / welchem Frequenzspektrum das VDSL Modem denn nun eigentlich arbeitet. Dies wurde nämlich nirgens dokumentiert, ein guter Hacker hat es jedoch längst herrausgefunden.
Wozu ich das wissen wollte? Allein schon zu wissen in welchem Bandbreitenkorridor (es wird nämlich keine feste Bandbreite garantiert 50Mbit heisst nämlich irgendetwas zwischen 25.728-51.064 Down – und 5.120-10.048 kbit/s Upload) man liegt, lässt einem doch ruhiger schlafen.
Als 1. muss man dazu also den PC/Das Notebook auf die IP-Adresse 192.168.1.1 konfigurieren (Netzmaske 255.255.255.0)
2. Speedport 300HS einschalten und abwarten, bis er komplett gestartet ist (POWER- und LAN-LED grün, letztere blinkt ggf. etwas).
3. Den RESET-Knopf an der Rückseite des Geräts drücken und gedrückt halten. Nach etwa 10 Sekunden wird die POWER-LED rot. Dann den RESET-Knopf loslassen.
4. Schritt 4 insgesamt 3x durchführen. Die POWER-LED sollte nun im Sekundentakt zwischen rot und grün wechseln.
5. 192.168.1.99 im Browser als URL eingeben -Passwort lautet: admin.
4. Sonstiges
Bei ADSL gibt es zwei Latenzpfade, allerdings ist einer davon fest auf minimale Latenz eingestellt – der berühmte „Fastpath“.
Bei VDSL2 hat man das nun flexibilisiert und erlaubt auf beiden Latenzpfaden die Einstellung der Latenz. Es wäre z.B. also technisch möglich, einen Latenzpfad für IPTV mit hoher Latenz (und hoher Störsicherheit) zu verwenden, und einen anderen für Internet.
Bei kurzer Entfernung zum Kundenanschlusses (vom Indoor-/Outdoor-DSLAM) wird das Profil „17a“ geschaltet sowie das Profil „8b“ bei größerer Entfernung (>900 Meter).
interessante Hyperlinks:
VDSL Technik in der Schweiz!
Polizei gerufen wegen lärmenden VDSL2AM
Anzeige gegen die Telekomschränke
VDSL Kasten explodiert ?!
Speedtest.net
Wie ist meine IP.de
Mein Fazit:
VDSL ist nicht nur für Internetjunkies, sondern Leitungsqualität wie sie in den nächsten Jahren zum absoluten Standard wird (siehe auch KABEL-DSL) !











Standard schreibt man mit „d“ – ist keine Art des Standes…
Sorry für’s verbessern, aber der Hackercodex steht auch ein wenig für die Rechtschreibung ein:-)
Hallo Netfreak,
coole Erklärung.
Danke für die Weiterbildungsstunde!
Mir hat diese Information viwl gebracht!
Gruß
Aus Hamburg
Bali72